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Der Kragstuhl

Aus einem elegant und zeitgemäß eingerichteten Ambiente ist der hinterbeinlose Stuhl, auch Freischwinger oder Kragstuhl genannt,heute nicht mehr wegzudenken. Vater dieses Stuhlkonzeptes ist der holländische Architekt Martinus Adrianus Stam: Er fertigte Anfang 1926 einen Vorläufer des Kragstuhls mit durchgehendem Stützgestell aus montierten Gasrohren. Nach Mart Stams Idee entwickelte Ludwig Mies van der Rohe 1927 den ersten federnden Stahlrohrstuhl in Schlittenform, der in den Innenräumen der Moderne einen wahren Siegeszug antrat. Transparent aufgebaut, ohne die traditionellen vier Beinstützen und dynamisch im Raum schwingend, verkörpert der Kragstuhl wie kaum ein anderes Möbel die Ideen der architektonischen Moderne,welche die »Erdenträgheit in Wirkung und Erscheinung schwebend [...] überwinden« wollte. (Walter Gropius) Der neu aufgelegte und überarbeitete Band schöpft sein Material aus dem reichen Bestand des Stuhlmuseums Burg Beverungen. Die Dokumentation, sachkundig zusammengestellt von Axel Bruchhäuser, mit Texten und kleinen Textvignetten,u.a. von Aagaard Andersen, Willy Baumeister, Helmut Erfurth, Siegfried Giedion, Hugo Häring, Heinz Rasch, Sergius Ruegenberg, Alison und Peter Smithson, zeigt Stuhlvarianten von großen Gestaltern und Architekten, unter ihnen Alvar Aalto, Marcel Breuer, Walter Gropius, El Lissitzky, Jean Prouvé, Gerrit Rietveld, Mart Stam, Vladimir Tatlin, Mies van der Rohe bis hin zu Stefan Wewerka.

 
 

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