Ausstellung "fritz kuhr - bauhausler 1899 - 1975"
von weimar über dessau und berlin nach lauenförde
Pressemitteilung Am 27.5.2011, 20 Uhr wird im tecta-Kragstuhlmuseum in Lauenförde eine Fritz Kuhr Ausstellung eröffnet. Hier wollen wir etwas zusammenführen, das zusammengehört, denn der Geist und die Idee der Moderne lebt im Kragstuhlmuseum und prägt auch das Werk von Fritz Kuhr.Dieser Künstler war durch und durch Bauhäusler. Immer musste etwas Neues erfunden werden und dabei war er immer der abstrakten Kunst verpflichtet. Das heisst nicht, dass die Arbeiten der reinen Formfindung dienten. Die Arbeiten von Fritz Kuhr am Bauhaus hatten auch immer ein gesellschaftliches Ziel. Das konnte die Formfindung für ein konkretes Projekt sein, aber es konnte auch der Analyse gesellschaftlicher Probleme dienen. So gab er 1929 in der Bauhauszeitschrift die Parole aus, „das leben ist ein bauhaus“ und meinte damit auch, dass für ihn das Leben ein Gestaltungsraum ist.Was hat einen Menschen dazu bewogen, sich so völlig der Bauhausidee hinzugeben? Das Bild "Traumstadt" von Paul Klee öffnete ihm 1923 die Augen, wie er schreibt. Fortan wusste er, dass Kunst nicht nur die Wiedergabe von Eindrücken der Umgebung ist, sondern dass sie Wesentliches hervorkehren musste und auch Stellung nehmen musste zu politischen und/oder gesellschaftlichen Begebenheiten.Fritz Kuhr machte den Vorkurs bei Moholy Nagy und wurde Paul Klees Schüler, sich dabei immer engagierend. So war er Studierendenvertreter im Meisterrat des Bauhauses und hat mit Gropius manche Fehde ausgetragen. Heute nimmt man es als selbstverständlich hin, dass Lernende in dergleichen Gremien mitsprechen dürfen, damals war es sensationell.
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Fritz kuhr lernte am Bauhaus das Handwerk der Wandmalerei und wuchs auch hier sehr schnell in die Verantwortung. Er wurde Assistent des Werkstattleiters. Der Jungmeister Hinnerk Scheper war zu dieser Zeit beurlaubt worden und arbeitete über Jahre in Moskau. Während dieser Zeit entstanden die Farbentwürfe für das Meisterhaus Klee (ausgeführt), die aus der Hand von Fritz Kuhr sind. Aber auch für die Siedlung Törten in Dessau fertigte er Farbentwürfe. Berühmt wurden die Bauhaustapeten der Firma Rasch in Bramsche bei Osnabrück. Auch hier stammen zwei Entwürfe der ersten Serie von Fritz Kuhr.1929 wurde er Lehrer für gegenständliches Zeichnen sowie für Akt- und Portrait bzw. Figur. Er trat damit neben Joost Schmidt in diesem Fach die Nachfolge von Oskar Schlemmer an. In diesem Unterricht ist auch typografisch gearbeitet worden, wie Belege von Václav Zralý zeigen, die aus dem Unterricht von Fritz Kuhr stammen.Es ist in den Jahren viel an Informationen über das Leben von Fritz Kuhr verloren gegangen, die wir nun mühsam wieder ans Tageslicht bringen möchten. in der Familie Kuhr wurde immer erzählt, er habe auch Möbel gefasst. Als Maler und auch als Wandmaler am Bauhaus ist das naheliegend. Uns liegt ein Foto mit von Fritz Kuhr gefassten Möbeln vor, gerne wüssten wir, wo diese Möbel geblieben sind und wer die Urheberschaft belegen kann. Vielleicht dienen Ausstellungen wie die hier angekündigte, auch dazu, einem interessierten Publikum nicht nur schöne Werke der Moderne zu zeigen, sondern auch dazu, um Menschen zusammenzuführen, die berichten können.Am Bauhaus wurde nicht nur stur gearbeitet, das Leben war eben ein Bauhaus. So stand Fritz Kuhr nicht nur auf der Bauhausbühne, sondern war auch Mitglied der legendären Bauhausband. Hier spielte er den Bumbass, auch Teufelsgeige genannt.Die Malerei war am Bauhaus kein Lehrfach, wenn es auch im Direktorat von Hannes Meyer sogenannte Malklassen gab. Die Malerei blieb der Freizeit überlassen. Dennoch malte man am Bauhaus viel und manch wichtiges Werk der Moderne entstand am Bauhaus. Fritz Kuhr vertrat dort die Minderheitenmeinung, dass die Malerei auch am Bauhaus gelehrt werden müsse. Er bezeichnete sich deshalb auch als „ich bin ein Bauhaüsler“, er erhielt das Bauhausdiplom Nummer 13, als Maler. Wir zeigen Ihnen in der Fritz Kuhr Ausstellung im tecta - Kragstuhlmuseum vornehmlich Arbeiten aus der Bauhauszeit. Damit das Werk besser eingeordnet werden kann, finden sich aber auch Arbeiten aus der NS-Zeit und der Nachkriegszeit. Freuen sie sich an diesen Arbeiten, denken Sie aber auch daran, dass die Kunst von Fritz Kuhr nicht grundsätzlich schön sein soll. Sicherlich sie darf schön sein, aber vor allen Dingen soll sie animieren und inspirieren. Beim Betrachter soll der Funke überspringen: das Leben ist ein Bauhaus.hermann famullainformieren Sie sich auch unter:www.fritz-kuhr-bauhausler.de


